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Gedenkort mit der Gravur „GARTEN DES GEDENKENS“; links üppige, leuchtend rote Rosenbüsche, rechts ein Betonpodest mit bronzenem Miniaturmodell einer Kuppelkirche auf Kopfsteinpflaster.

Zum 9. November kommen wir vom Kulturzentrum KFZ und dem Hessischen Landestheater Marburg zusammen, um die Vergangenheit zu erinnern, das Heute zu bezeugen und ein gutes, rassismus-sensibles, konstruktives Morgen zu gestalten.

Rote Theaterfassade mit großem HLTM‑Logo und Schriftzug „Hessisches Landestheater Marburg“ über dem Eingang, blauer Himmel.

Schwarzweißfoto: Menschenmenge sitzt und steht vor dem Gebäude „KFZ“ bei einer Open‑Air‑Veranstaltung; Sonnenschirme und Poster an der Fassade.

Auch heute gilt leider und auch erschreckenderweise wieder:

„Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist.
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“

Ausgehend von Bertolt Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ standen wir vor der schrecklichen Erkenntnis, dass
· ein Erinnern an die Nacht des 9. November 1938,
· ein Erinnern an die Novemberpogrome,
· ein Erinnern an den Holocaust
– welches wir aufgrund unserer historischen Verantwortung unabdingbar notwendig und richtig finden –

– ein solches Erinnern, die Gräuel von Heute immer im Blick haben muss.

Denn:
Ein Schweigen über damals darf nicht sein.
Ein Schweigen über Heute darf nicht sein.
Auch wenn wir angesichts des Leids von einst am liebsten verstummen wollen.
Auch wenn wir angesichts des Leids von heute so oft verstummen.
Aber das wäre ein Verbrechen.
Wir müssen die Stimmen erheben,
besonders in diesen Zeiten,
die uns Fragen aufgeben,
die uns umtreiben,
die uns aufrütteln.
Im Erinnern an Gestern,
in tiefer Sorge um Heute und
in der Zuversicht für Morgen.

Was sind das für Zeiten, in denen … … ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist. Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! Bertolt Brecht, „An die Nachgeborenen“, 1938 Was sind das für Zeiten, in denen... … wir sehr sehr dringend wieder lernen müssen, die Anfänge zu erkennen, in denen das Gespräch über Bäume zum Verbrechen wird… Kulturschaffende, 2025Ein Schweigen über damals darf nicht sein. Ein Schweigen über Heute darf nicht sein. Auch wenn wir angesichts des Leids von einst am liebsten verstummen wollen. Auch wenn wir angesichts des Leids von heute so oft verstummen. Aber das wäre ein Verbrechen. Wir müssen die Stimmen erheben, besonders in diesen Zeiten, die uns Fragen aufgeben, die uns umtreiben, die uns aufrütteln. Im Erinnern an Gestern, in tiefer Sorge um Heute und in der Zuversicht für Morgen.Was sind das für Zeiten, in denen... … die Erinnerung an das Unsagbare leiser wird und das Sagbare wieder lauter? Was sind das für Zeiten, in denen... … Solidarität leiser wird und Hass lauter?Was sind das für Zeiten, in denen... … Menschen wieder in Klassen und Schubladen eingeteilt, ja kategorisiert werden, obwohl wir längst gelernt haben sollten, dass die Massenvernichtung genau mit dieser Entmenschlichung begann?Was sind das für Zeiten, in denen... … wir die Vielfältigkeit von Menschen großschreiben und gleichzeitig schon Kinder auf Einheitlichkeit trimmen?Was sind das für Zeiten, in denen... … sprachliche Veränderungen verboten werden, statt sie als Chance für Gleichberechtigung zu sehen?Was sind das für Zeiten, in denen... … eine Gesellschaft vergisst, wie lebensnotwendig Kunst und Kultur für uns alle sind und in denen die Freiheit der Kunst keine Selbstverständlichkeit mehr ist?Was sind das für Zeiten, in denen... … unsere vielfältige Welt reduziert wird auf einfachste Parolen, die in Hass und Hetze münden?